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Eine Erklärung der wissenschaftlichen Namen von Pflanzen

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Jedes Pflanzenexemplar gehört zu einer Gattung mit einem eigenen wissenschaftlichen Namen. Die Namen von Pflanzen basieren auf der Taxonomie, der Wissenschaft zur Bestimmung von Gruppen biologischer Organismen. Der erste Teil des Namens (immer mit einem grossen Anfangsbuchstaben) identifizert die Gattung zu der das entsprechende Exemplar gehört, der zweite Namensteil (in kleinen Buchstaben) bestimmt die Art innerhalb der Gattung.

Verwandte Arten formen eine Gattung. Verwandte Gattungen gehören wiederum zu einer Familie. Die Namen sind üblicherweise in lateinischer Sprache oder in Altgriechisch. Wenn man wissenschaftliche Namen von Pflanzen übersetzt, dann ist es oft überraschend, wie beschreibend und anschaulich sie sind! Beispielsweise werden die heilenden Eigenschaften von Salbei bereits durch ihren wissenschaftlichen Namen Salvia officinalis offenbart. Salvia (“salviya”) bezieht sich auf das lateinische Wort salvere (“sich gut und gesund fühlen, Gesundheit, heilen”), und officinalis bedeutet “medizinisch/heilkräftig”. Solltest du an den Bedeutungen von lateinischen Namen interessiert sein, dann findest du hier eine Liste mit englischen Übersetzungen.

Manchmal müssen Wissenschaftler den wissenschaftlichen Namen einer Pflanze auch ändern, wenn Forscher zum Beispiel neue Resultate über die evolutionären Beziehungen der Pflanze zu anderen Pflanzen entdeckt haben. Daher kann es auch mehrere wissenschaftliche Bezeichnungen für ein und dieselbe Pflanzenart geben. Oftmals wird zudem ein alter Name/eine alte Bezeichnung genutzt, obwohl es bereits einen neuen, offiziellen Namen gibt.

Ein gutes Beispiel ist die Pelargonie, eine Blütenpflanze welche allgemein auch Geranie genannt wird. Geranie ist aber wiederum der botanische (und auch gemeinläufige) Name einer anderen Gattung von Pflanzen, welche häufig als Storchschnabel bezeichnet werden. Sowohl Pelargonien als auch Geranien wurden zunächst gemeinsam der Gattung der Geranien zugeordnet, aber im späten 17. Jahrhundert in zwei unterschiedliche Gattungen aufgeteilt. Alte Namen bleiben entsprechend für eine laaaaange Zeit bestehen!

Warum werden aber lateinische statt bspw. deutsche Namen genutzt? Nun, das vorhergehende Beispiel der Pelargonie offenbart hierzu einen Grund. Deutsche oder englische Namen sind häufig irreführend, da es mehrere Namen für ein und dieselbe Pflanze, oder auch einen Namen für mehrere Pflanzen, gibt. Die einzige Möglichkeit, um völlig sicher zu sein, dass man die Samen oder Pflanzen erhält, welche man kaufen möchte, ist durch Nutzung des offiziellen, wissenschaftlichen Namens. Auf diese Weise gibt es kein Missverständnis zwischen Käufer und Verkäufer.

Professionelle Gartenbauer/innen und Gärtner/innen nutzen wissenschaftlichen Namen aus diesem Grund. Darüber hinaus musst du praktischerweise nicht mehr im Kopf behalten, das Salbei auf Französisch “sauge”, auf Englisch ”sage” und auf Niederländisch “salie” heisst. Du brauchst nur noch einen Namen zu kennen: Salvia officinalis, und alle Experten werden wissen, von welcher Pflanzen du sprichst!

Übrigens: Wenn neue Varianten gezüchtet werden, dann ist der Name der Variante nicht in lateinischer Sprache. Beispielsweise der indische Senf (Sareptasenf / Brauner Senf) ‘Fringed Red’ hat den wissenschaftlichen Namen Brassica juncea ‘Fringed Red’. Die Variantennamen werden immer in einfachen Anführungszeichen und mit grossen Anfangsbuchstaben geschrieben.

Lese hier, wie neue Varianten erschaffen werden.

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